Vacation 05/1998 - Côte d´Azur - Mit Alina und Christian in Frankreich

Los gehts ans Mittelmeer, Steine platschen,
         Nickerchen und schlie▀lich vor der Ferienanlage

Als langjähriges Mitglied der Gewerkschaft IG BAU-Agrar-Umwelt habe ich einige Male das Angebot des gewerkschaftseigenen Gemeinnützigen Erholungswerks mit seinen zahlreichen Ferienzentren in Anspruch genommen und war mit Alina bereits 1997 nach Les Tourelles in Ste. Maxime gereist. Diesmal haben wir meinen Neffen Christian mitgenommen. Zum Einen war's für ihn eine gute Gelegenheit am Mittelmeer Urlaub zu machen, zum Anderen hatte Alina jemanden zum Spielen.

Die über 1000 km lange Fahrt mit unserem kleinen Fiesta war schon ganz schön anstrengend, im Süden am Meer Urlaub zu machen aber immer höchst reizvoll. Die beiden Kids hatten diverse Spiele dabei, wir machten mal halt an einem Fluss, wo sie mit wachsender Begeisterung Steine ins Wasser warfen, das ein oder andere Nickerchen ließ die Fahrt nicht so lang erscheinen. Die Ferienanlage Les Tourelles mit seinem historischen Schloss liegt in Ste. Maxime, einer bezaubernden französischen Gemeinde, die im Golf von St. Tropez liegt. Wir hatten ein schönes, ebenerdig gelegenes Apartment mit Wohnzimmer, Küche, Bad und zwei Schlafräumen. Schon klasse hier, aber auch viel Arbeit für einen alleinstehenden Vater. Neben Kinderbelustigung galt es einzukaufen, die hungrigen Mäuler zu stopfen, spülen, putzen, aufräumen, das komplette Paket halt. Alina und Christian haben sich zum Glück bestens verstanden...

Plantschen, buddeln, einbuddeln

Zum Meer waren es nur wenige Minuten mit dem Auto, mussten ja immer etliches an Strandspielzeug, Decken, Handtücher und Verpflegung mitnehmen. Dann ging aber die Post ab: plantschen, Sandburgen bauen, Wassergräben ausbuddeln, Ballspielen, Christian war der perfekte "Babysitter". Ich konnte hin und wieder ein Sonnenbad genießen oder mit dem Fotoapparat umherlaufen. Schon was anderes als im Vorjahr, als ich mit Alina alleine hier war. Ich hab's ja nicht so mit dem Element Wasser - klar war ich unzählige Male mit Alina in diversen Schwimmbädern und jetzt zum zweiten Male am Meer, aber so wie sich Andere den ganzen Tag mit Begeisterung in diesem nassen Element tummeln können ist diese Eigenschaft in meinen Genen einfach nicht verankert.

Einen Ausgleich für Christians unermüdlichen Einsatz wird er während der nächsten Tage noch erfahren. Ein Ausflug zum Nahe gelegenen St. Tropez oder zum Fürstentum Monaco steht noch auf meinem Plan. Natürlich war Christian ein Michael Schumacher und Ferrari Fan, da wird er hier noch auf seine Kosten kommen!!!

ja geil.....

Da in ein paar Tagen wegen des anstehenden Formel 1 Rennens im Fürstentum Monaco etliche Bereiche von Monte Carlo gesperrt werden machen wir uns auf den einstündigen Weg zu diesem Steuerparadies am Mittelmeer. Was für ein Anblick auf diese Stadt, wenn man sich von hoch Oben über die serpentinartige Strasse nach unten schlängelt. Als wir uns dem Zentrum nähern flippt Christian plötzlich aus als der erste Ferrari an uns vorbei saust. Kaum hat er sich wieder eingekriegt steht doch glatt der nächste rote Flitzer an einer roten Ampel neben uns. "Wie geil ist denn das", sagte Christian fassungslos. Ich schaute ihn an und deutete ihm mit einem Zeigefinger vor den Lippen an, auf seine Wortauswahl zu achten. Zu spät: klein Alina wusste zwar mit dem Begriff "geil" nichts anzufangen, saß jetzt aber ganz begeistert in ihrem Kindersitz, schaute Links und Rechts aus dem Fenster und sagte ununterbrochen " ja geil". Christian sah mich etwas verlegen an, ich lachte mich innerlich fast schlapp. Derweil jagte ich zwei voruns fahrenden Ferraris hinterher ohne zu wissen wo es lang ging...

Da waren wir plötzlich auf dieser ganz besonderen Formel 1 Strecke, vorbei am prominenten Casino von Monaco, weiter durch die weltberühmte Haarnadelkurve am Hotel Fairmont, der langsamsten Stelle aller Formel-1-Rennstrecken. Nach dem langen Tunnelstück gings durch die sogenannte Schwimmbad-Kurve und durch die Rascasse Kurve am gleichnamigen Café. WOW, Christian war völlig ausser sich - was für ein Erlebnis!!! Als ich dann wieder am Casino vorbeifuhr erwischte ich eine falsche Abzweigung und da standen wir plötzlich mit unserem kleinen, schwarzen Fiesta inmitten von Rolls Royce, Ferraris und anderer Nobelkarossen. Die Buttler, die wohl den ankommenden Gästen die Autotüren öffnen, schauten nicht schlecht als wir da standen, liesen uns aber in Ruhe. Schnell ein paar Fotos geschossen und weiter gings...

Casino - Tunnel

Wir ergattern glücklicher Weise einen freien Parkplatz und machten uns auf den Weg zum Hafen. Unglaublich, was die Multi-Millionäre hier für protzige Jachten liegen haben - Eine größer als die Andere. Weiter draußen liegen so riesige Schiffe, die passen nicht mal in das Hafenbecken hinein. Da kommen Kellner angerannt um herausgeputzten Schönheiten und Matcho-Typen die sich auf den Sonnendecks rekeln eisgekühlten Champagner zu servieren. Mir wird echt schlecht und große Wut tut sich auf wenn ich drüber nachdenke, wie das möglich ist, dass einzelne Menschen sooo viel Reichtum besitzen - scheiß Politik - man sollte sie alle enteignen und die verantwortlichen Politiker einsperren!!!!

Erstaunlicher Weise finden wir etwas oberhalb des Hafens einen Kiosk der kleine Snacks zu akzeptablen Preisen anbietet. Wir nehmen draußen an den Bistrotischen platz, haben bei Hot Dog, Eis und Kaffee einen hervorragenden Ausblick aufs Meer.

Später dreh ich noch ne Runde über die Rennstrecke, schalte die Gänge wild rauf und runter und kommentiere alles so, als befände ich mich mitten drin in einem Formel 1 Rennen. Natürlich hab ich dabei auch Michael Schumacher überholt - Christian und Alina haben einen heiden Spaß und sind voll begeistert!!!!

Wenige Tage nachdem wir wieder zu Hause waren fand ja das Formel 1 Rennen in Monaco statt - schon was Besonderes den Bericht mit Fotos von der Rennstrecke zu sehen, an denen wir vor kurzem selbst gestanden haben.

St. Tropez

Nach ein paar weiteren Tagen am Strand sind wir dann auf die andere Seite vom Golf von St. Tropez gefahren, um durch das in Sichtweite liegende Dorf St. Tropez zu bummeln. Ich muss immer an Louis de Funès und den Gendarm von St. Tropez denken, ein leichtes schmunzeln bleibt nicht aus wenn wir durch die berühmten Gassen schlendern.

Das Schmunzeln vergeht mir allerdings wieder, wenn ich am Hafen die Multi-Millionäre mit ihren prozigsten Jachten sehe. Christian hat derweil nur Augen für die Ferraris, die hier in größerer Stückzahl herum stehen. Alina reizt da eher die Eisdiele mit zahlreichen, vom Feinsten hergerichteten Eisbehäter unterschiedlichster Eissorten. Na klar gibt's ein Eis - aber nur ein Kleines - eine Eiskugel ist in den südlichen Ländern meistens doppel so teuer wie bei und in Deutschland.

Karusellfahren macht Spa▀

 

Durch Ste. Maxime zu bummeln ist aber auch sehr interessant und reizvoll. Ich habe die Augen eher bei den Fischern, ihren kleinen, bunten Booten und ihrem Fang oder bei den Bocciaspielern, Christian bei den vorbeifahrenden Autos und Alina bei dem Kinderkarusell, welches sie noch aus dem Vorjahr in guter Erinnerung hat. Die täglichen Karusellfahrten werden von ihr natürlich immer lautstark eingefordert.

Ein schöner Urlaub geht zu Ende. Christian und ich sind stolze Besitzer einer Ferrarie Tasse, sind mit unserem Auto über die wohl bedeutenste Formel 1 Rennstrecke gerast, Alina hat am Strand ihren eigenen Tunnel gebuddelt..... "ja geil" !!!!!!!!!!!

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