Vacation 06/2019 - Paris - Sightseeing - Montmartre - Cemeterie Père Lachaise - Susanne und Joe

Heute haben wir Tickets für den Louvre - wird nur leider nichts draus, die Museumsmitarbeiter streiken. Tausende von Besuchern stehen vor den verschiedenen Eingängen an einem der weltweit bedeutendsten Museen, sind irritiert, denn es dauert bis nach Mittag, bis es heißt: heute wird nicht mehr geöffnet. Zudem stürzt Susanne an einer Stufe und zerrt sich das Knie... Was nun, durch Paris humpeln geht ja gar nicht. Wir entscheiden uns Tickets für den Batobus zu kaufen, ein Wassertaxi, welches vom Eifelturm bis nach Notre Dame fährt und an verschiedenen Stationen anhält. Wir können ein- und aussteigen so oft wir wollen. War ganz gut diese Lösung, Susanne braucht nicht zu laufen, und wir sehen einiges Interessantes von der Bootsperspektive aus. Am Eifelturm steigen wir nochmal aus, das Wetter hat sich aufgeklart und ich schieße einige schöne Fotos von dem Wahrzeichen der Stadt.

Ach ja, am Louvre waren wir natürlich, trotz Streiks, geflashed von der riesigen, gläsernen Pyramide, bekannt aus dem Film "Der Da Vinci Code - Sakrileg". Auch hier habe ich etliche Fotos geschossen... Auf die Suche des Grabs von Maria Magdalena und dem heiligen Gral mach ich mich dann später....

 Louvre - Seine - Eifelturm

Heute haben wir ja ne Tour um Notre Dame gebucht. Susanne kann leider nicht mitkommen, ihr Knie schmerzt noch zu sehr. Ich mach mich per Shuttle & Metro auf und erreiche 15 Minuten vor beginn des Rundgangs die Metrostation St. Michel - Notre Dame, werde aber beim Nachfragen nach dem Platz des Treffpunktes mehrfach von Passanten in die falsche Richtung geschickt. Was ein Mist, renne eine halbe Stunde hin und her, gebe dann irgendwann auf und mach meine eigene Sightseeing Tour. Gibt ja überall was zu entdecken, Kirchen, Marktstände, Bistros und Geschäfte (kaufe für Alina ein paar schöne Katzen-Postkarten). An Notre Dame kommt man gar nicht heran, ist weitläufig von der Polizei abgesperrt. Dafür entdecke ich wohl die schönste Kirche von Paris, muss aber fürs Ticket ne halbe Stunde anstehen. Wow, echt krass die Chapelle, welche sich doch über zwei !! Etagen erstreckt. Leider bekomme ich nicht ein gescheites Foto hin, meine Kamera taugt einfach nicht mehr, trotz teurer Reparatur. Dem Nikon Service werd ich mal ne saftige Mail schreiben, wenn ich wieder zurück bin...

Weiter gehts zu den Katakomben, hole mir im Supermarkt Baguette, Comtes Käse und ne Cola dazu, und stell mich an in der recht lange Schlange vor dem Eingang in die Unterwelt. Glatte 2 1/2 Stunden wird es dauern, bis ich an der Reihe bin, die nicht enden wollende, smale Wendeltreppe hinunter zu steigen. Aber Gebeine gibt es erstmal nicht zu sehen. Hunderte von Metern schlängelt sich der Gang entlang ehemaliger Gipsabbaustellen, Familien mit ihren Kindern trödeln vor mir her, um aufmerksam den Informationen auf ihren Audioguides zu lauschen. Irgendwann erreichen wir dann die Stellen, wo dann über weitere hunderte Meter Millionen von Gebeinen aufgestapelt sind. Nicht vergleichbar mit dem, was ich in Tschechien gesehen habe, sind einfach "nur" aufgestapelte Oberschenkelknochen, hier und da ein paar Schädel, naja, nochmal müsste ich das nicht sehen....

Auf dem Rückweg steig ich in die falsche Metro ein und lande außerhalb in einem Vorort von Paris, die Metro fährt hier sogar oberirdisch. Aber interessant zu sehen, wie es hier aussieht - fast wie in Beckum....

Sainte Chapelle - Katakomben

Susanne fühlt sich leider noch nicht in der Lage etwas zu unternehmen, ihr Knie will noch nicht so richtig... Ich ziehe los, versuch nochmal in den Louvre reinzukommen. Die Agentur, bei der ich im Vorfeld zwei Tickets gekauft hatte, hat mir das Geld für diese Tickets bereits zurückerstattet, also muss ich mir ein neues Tickets kaufen. Schon um 9:30 Uhr ist die Schlange vor der Pyramide riesig lang, nach ner halben Stunde geht dann ein Mitarbeiter des Museums an uns vorbei und teilt den Besuchern mit, dass nur diejenigen Einlass erhalten, die bereits ein Ticket haben. Na toll, genervt gehe ich zu einem Eingang abseits der Pyramide, wo es oft schneller geht ins Museum reinzukommen. Auch hier stehe ich unter tausenden Besuchern und erfahre nach einer halben Stunde das selbe: "no chance without ticket"... fuck you guys..., ich bin voll sauer, besinne mich dann aber auf meine atheistische Einstellung. Es gibt eh keinen heiligen Gral, alles nur Geschwätz der Filmemacher...

Ich entschließe mich, die wahren Kulturschätze der Stadt auf eigene Faust zu erobern, und gelange ruckzuck an einen Ort, der mir die ersten Highlights präsentiert: Modelshooting in altertümlichen Kostümen, eine Japanische Dame im Kimono singt traditionelle Lieder, begleitet sich dabei auf einem Saiteninstrument, nach einigen Minuten taucht hinter ihr ein junges Brautpaar auf, welche begleitet von zwei Fotographen sich an den Rosenbüschen ablichten lassen (ich drück den Auslöser auch 2 - 3 mal ab...). Weiter geht's wenige Schritte, wo ein Japanischer Maler mit Mundschutz versehen, ein Werk in Öl angefangen hat. Ich bin begeistert: ich weiß zwar nicht, was für Eindrücke ich aus dem Louvre mitgenommen hätte, aber das hier, das wahre Leben auf der Straße und in Parkanlagen, ist schon etwas sehr Besonderes!!

Alle Momentaufnahmen, die ich erlebt habe, hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen, war ja schließlich sieben Stunden zu Fuß unterwegs, vom Louvre und Umgebung hoch zum Place de la Concorde mit dem Obelisken, weiter zum Arc de Triomphe entlang der Champs Elysées. Ich werd mal ne Slightshow zusammenstellen und hier verlinken...

Louvre no - Paris yes

Heute ist Kunst angesagt, wir gehen ins Museum d' Orsay. Die Reiseführer sagen, wenn ein Museum außer dem Louvre, dann dieses. Bekannte Impressionisten sind dort zu sehen, am Meisten faszinieren mich / uns die Bilder von Monet. Um ehrlich zu sein, es zeigt sich wieder, dass ich der geborene Kunstbanause bin... Hab eh sogut wie keine Ahnung von Malern, deren Stile und künstlerische Epochen. Mir reicht's meistens auch die Werke die ich sehe in "gefällt mir" und "gefällt mir nicht" einzuteilen... Und, wie gesagt, Monet ist schon klasse!!! Auch hier werde ich mal ne Slightshow mit einigen Werken einfügen....

Museum d' Orsay

Nachdem ich gefühlt einen großen Teil von Paris erlaufen und gesehen habe, wollen wir es heute etwas entspannter angehen, der Jardin du Luxembourg steht auf dem Plan. Erreichen das Ziel mit der Metro, gehen aber zuvor einige Straßen entlang, wo es wieder einiges zu entdecken gibt. Der Park hingegen bietet eher denjenigen etwas, die Ruhe suchen, ihre Malzeit zu sich nehmen wollen, oder sich bei Joggen, Tennis oder Boule sportlich betätigen wollen. Beim Boulespiel einigerältere Herrschaften schauen wir ne Zeitlang zu. Ne nette Imkerstation befindet sich auch im Park, schöne Kupferdächer sind über den Beuten zu sehen - und ein Schwarm zieht gerade aus seiner Beute heraus, ich bekomm glatt einen Stich ab...

Wir bummeln weiter durch die anliegenden Straßen, Susanne gönnt sich wieder ein Eis, am benachbarten Blumengeschäft sind wir ganz aus dem Häuschen, als wir entdecken, dass hier ein gut gewachsener Orleanderbusch 125 Euro kostet!!! Noch etwas tiefer in die Taschen greifen muss man, will man oder Frau sich eine nette Uhr zulegen - 35.000 Euro dürften dann schon mal auf dem Kontoauszug erscheinen...

Wieder erscheint eine große, imposante Kirche vor uns, noch interessanter ist aber der Büchermarkt, der unter dem Schatten der Kirche stattfindet. Gleich komme ich mit einem Buchhändler ins Gespräch, er spricht ganz gut Deutsch und erklärt mir, dass hier im Viertel Saint Germain 72 Buchhändler zu finden sind, das wäre weltweit die Größte Dichte die es nachweislich gibt. Wir schlendern etwas herum, entdecken seltene Erstausgaben von Jules Vernes und einen Crepes Stand, wo wir uns Cafe und Crepes mit Käse und Schinken gönnen. DAS IST PARIS, besser hätten wir es nicht arrangieren können. Kleiner Tisch, Crepes & Café, neben uns ein Mann, der mit Pfeife im Mund und Hand am Bierglas eingenickt ist. Durch eine Palme fällt der Blick auf die Türme der Kirche, die sich prachtvoll vor dem blauen Himmel in Szene setzen.

Weiter geht's Susanne möchte auch noch in die Saint Chapelle hinein, der Weg dorthin wir aber zu einer echten Nervenprobe. Freitag Nachmittag, die Stadt wird voller und voller. Noch stärker werden meine Nerven strapaziert, als Susannen nach gut einer Stunde noch immer nicht zurück ist. Die Kirche ist mittlerweile geschlossen, kaum noch ein Besucher kommt am Ausgang am Justizpalast heraus. Die Schlange vor der Chapelle war doch längst nicht so lang wie sie bei mir letztens war, komisch... Es stellt sich heraus, dass Susanne im Inneren lange warten musste, ehe sie in die Kirche kommen konnte. Puh, was war ich glücklich, als ich Susanne wieder gesehen habe!!! Hatte mir die wildesten Sachen vorgestellt, ich Trottel hatte mein Handy im Womi gelassen, ich hatte Susannes Rucksack bei mir behalten, sie hatte also keine Papiere bei sich... Naja, ist ja gut gegangen....

Jardin du Luxembourg

Am letzten Tag unseres Parisurlaubs gehen wir nochmal zum Friedhof Père Lachaise. Ich möchte da gerne nochmal filmen, einige Gräber, wie das von Oscar Wilde, hatten wir bisher nicht gefunden. Heute sind reichlich mehr Menschen hier unterwegs als in der Woche, zum großen erstaunen aller Fans wurde das Grabmal und die gläserne Schutzumrandung bis aufs Feinste gesäubert, die hunderte Lippenstift-Küsse, welche dieses Grabmal neben dem von Jim Morrision in alle Reiseführer gebracht hat, sind verschwunden. Naja, ich kann die Angehörigen nicht verstehen.... Das Wetter ist es herrlich, das Spiel von Licht und Schatten zeigt wieder seine grandiosen Reize...

Pere Lachaise

Sind ganz entspannt nach dem Frühstück losgefahren, die knapp 700 km in zwei Etappen aufzuteilen ist schon ganz gut, zumal wir ja Mautpflichtige Autobahnen vermeiden. Kaum eine Menschenseele am Sonntag unterwegs, nicht in Paris und auch nicht auf und durch dem Weg durch Belgien. Wir wollen in Huy an der Maas übernachten, ein netter Ort, ein schöner Stellplatz an Trauerweiden unter einem stillgelegten Eisenbahn-Viadukt. Nur, übernachten sollte man hier nicht - gefühl sind alle Autos und Motoräder aus Belgien während unseres kurzen Aufenthaltes hier am Stellplatz vorbei gerauscht. Als es dann etwas ruhiger wurde setzte das angekündigte Gewitter mit Starkregen ein und hat schön laut auf unser WOMI Dach geprasselt... Irgendwann sind wir doch eingeschlafen...

In den frühen Morgenstunden startet allerdings das hohe Verkehrsaufkommen erneut, schnell packen wir alles zusammen und los geht's nach Hause. Irendwann hören wir ein Geräusch, so als wäre irgenndetwas im Bad umgefallen, es stellt sich aber leider heraus, dass ich vergessen habe ein Seitenfenster von Alkoven zu schließen, und das istt einfach weggeflogen. Shit, Victor will Freitag mit dem WOMI los - haben das Fenster mit Folie zugeklepbt, mal schauen ob wir schnell Ersatz bekommen.

Unterwegs hatten wir schon mal Resümee über unseren Paris-Urlaub gezogen und die Top Ereignisse aufgezählt. Sicherlich der erste Blick vom höher gelegenen Palais de Challiot aus auf den Eifelturm, Sacre Coeur, die gläserne Pyramide vor dem Louvre, Père Lachaise, der Parc Bagatelle mit den wunderschönen Lielien und den radschlagenden Pfauen, der Büchermarkt, das Fischrestaurant und die Japanische Sängerin im Park... Ich hatte nette Gespräche mit Leuten aus Israel, Mauritius, Norwegen, Australien und auch mit einigen Franzosen, versteht sich. Genau so wollte ich Paris einmal kennen lernen - hatten reichlich Zeit, um diese zahlreichen, ganz besonderen Orte zu aufzusuchen, nicht rein in den Bus, raus aus dem Bus, schnell ein paar Infos und Fotos und weiter geht's, wie es mit ner Reisegesellschaft gelaufen wäre....

Au revoir Paris....

Rückfahrt

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Paris - Teil 1

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