Vacation 05/2018 - Elbsandsteingebirge - Dresden - Susanne und Joe

Seit Jahren sehe ich immer wieder faszinierende Bilder vom Elbsandsteingebirge aus der "Sächsischen Schweiz" und frage mich jedes Mal: warum hab ich das eigentlich noch nicht selbst gesehen, wo's doch "nur" ein paar hundert Kilometer entfernt liegt? Es steht jetzt seit Jahren ganz oben auf meiner Agenda und nun ist es endlich soweit - Susanne und ich fahren für 10 Tage ins Elbsandsteingebirge und auch nach Dresden. Anfang Juni werden dann Susanne & Alina die Plätze im WOMI tauschen und ich werde mit Alina weiter nach Tschechien fahren, um dort die Ghost Church, Gebeinhäuser & Lost Places zu besuchen (mehr dazu dann in einem extra Reisebericht).

Jetzt geht's aber erst einmal los Richtung Osten - ein Wohnmobilstellplatz in Struppen ist unser Ziel. Hab dort im Vorfeld gleich für 10 Tage reserviert, die meisten Stellplätze liegen zwar idyllisch an der Elbe, an der Elbe läuft allerdings auch die Bahnstrecke entlang was viele Stellplatzbetreiber verschweigen. Liest man aber mal einige Bewertungen der Plätze durch ist oft von lärmendem Bahnverkehr auch während der Nachtstunden zu hören. Dann lieber mal "Verkehr"-geräusche aus dem Nachbar-WOMI....hahaha

Es geht los...

Sind am Montag Morgen recht entspannt losgekommen, auch die 540 km bis nach Struppen haben wir ganz gut gemeistert. Der Stellplatz ist ganz o.k., bei einer ersten kleinen Erkundungstour zum nahegelegenen Örtchen Thürmsdorf konnten wir schon einige imposante Aussichten auf das Elbsandsteingebirge und die Königsteinfestung genießen. Es gibt etliches zu entdecken, Häuser mit interessant & abwechslungsreich gestalteten Gärten, blühende Sträucher (der Jasminblütenduft ist der Wahnsinn), toller alter Baumbestand und eine große Vogelvielfalt sind genau das Richtige für uns. Haben gleich ein Distelfinkpärchen gesehen, eine schöne Gegend hier, sind gespannt auf die nächsten Tage.

Festungsanlage Königstein
Haben gut und lange geschlafen. Nach einem entspannten Frühstück geht's zu Fuß los zur 4 km entfernten Festungsanlage Königstein. Diese weit sichtbare Festung thront hoch oben auf einem Felsenplateau und ist eine der größten Festungsanlagen Europas. Es ist schwül-warm, so sind wir froh, als wir den angenehm kühlen Waldweg erreichen. In der riesigen Festungsanlage Königstein halten wir uns gut 5 Stunden auf, so zahlreich sind die Bauwerke mit ihren umfangreichen Exponaten aus 8 Jahrhunderten. Selbst ein kleiner Wald ist hier oben angelegt worden. Am beeindruckensten waren riesige Gewölbegänge, die ein irres, kühl-feuchtes Klima erzeugten. Über den Ort Königsstein und entlang der Elbe gings dann wieder zurück, waren am Ende ganz schön geschafft....

Festungsanlage Königstein

Bastei, Felsenburg Neurathen, Schwedenlöcher
Bis nach 8 Uhr haben wir geschlafen, schon ungewöhnlich für mich. Sind heute zudem eher schleppend in die Gänge gekommen, ist ja auch Urlaub. Unser heutiges Ziel ist die weltberühmte Bastei. Mit den Rädern geht's entlang der Elbe bis nach Rathen, dort setzen wir mit ner kleinen Fähre über und setzen die Tour hinauf zur Bastei zu Fuß fort. Hammer!!!! Echt beeindruckend diese riesigen Sandsteinformationen - da können die Externsteine aber einpacken.... hahaha. Ein Rundgang durch die Ruinen der mittelalterlichen Felsenburg Neurathen hat einen fantastischen Ausblick freigegeben, echt genial. Susanne hat sogar einen Wanderfalken entdeckt, der sich auf einem Felsvorsprung niedergelassen hatte.

Die Bastei Brücke war, wie nicht anders zu erwarten, von zig Besuchern belagert, gut, dass wir die seperate Tour durch die Ruinenburg gebucht haben. Der Rückweg nach Rathen führt uns durch die sogenannten "Schwedenlöcher", ein absolut genialer Tipp von unserem Stellplatzbetreiber, der einige Touren auf kleinen Zetteln aufgezeichnet hat und uns mitgegeben hatte. Anfangs führt der Weg durch einen Wald, dann geht es mehr und mehr hinab durch faszinierende Felsformationen, die sich links und rechts erheben. Mal schmal, mal breit schlängelt sich der Weg durch ein angenehm kühles Gebiet, dass eher den Namen "Elben-Sandstein-Gebirge" verdient hätte. Wenn hier nicht Golum, Elfen, Zwerge & Hobbits leben würd's mich echt wundern. Farne, Mose, Büsche und Bäume geben den Felsen ein wunderschönes Bild, wir sind begeistert. Immer wieder eröffnen sich uns atemberaubende Blicke auf diese bizarre Landschaft. AMAZING!!!!

Statt einer hausgemachten Solianka gibt es an einer Kioskbude Currywurst mit Pommes, irgendwie war Susi & mir danach. Die drei Verkaufsdamen haben anständig auf Sächisch gezehtert, war voll prollig hier. Hab dann sogar noch ne ganz junge Ringelnatter direkt vor meinen Füßen gesehen. Wow, auf solche Momente warte ich schon ewig!!! Auf dem Elberadweg geht es zurück zum Stellplatz, eine fantastische Tagestour, wenn auch zum Schluss ganz schön anstrengend, es hat sich mehr als gelohnt.

Bastei, Schwedenlöcher

Relaxen ist angesagt
Was haben wir gut und lange geschlafen. Nach dem Frühstück entscheiden wir uns, den heutigen Tag einfach zu faulenzen. Es ist sommerlich warm und im Schatten der Markise lässt es sich herrlich dösen. Richtiges Urlaubsfeeling kommt auf. Zwischendurch gibt es mal ein Stückchen Schokolade zur Stärkung, und dann wieder Beine hoch, Augen zu und relaxen. So geht das bis um 18:00 Uhr, ne kurze Runde mit dem Fahrrad würde wohl für die nächtliche Bettschwere nicht schaden. Durch Zufall landen wir an einem wunderschönen Aussichtspunkt, schießen ein paar Portraits und Selfies. Ein schöner Tag....

Schatzi & Schatzi

Pirna, Heilanstalt Sonnenstein
Heute scheint der Wetterbericht recht klar auf Nachmittagsgewitter eingestellt zu sein. Wir radeln deshalb zügig nach dem Frühstück ins 10 km entfernte Pirna. Echt schön dieser Elberadweg. Immer wieder staunen wir über die idyllisch gelegenen Häuser links und rechts der Elbe, die oft an Hängen, manchmal sogar direkt an Felswänden liegen. In Pirnas Altstadt angekommen entdecken wir oberhalb der Stadt eine alte Burganlage. Als wir näher kommen sehen wir, dass sich hier die Sonnenstein Heilanstalt befandt. Hatte gestern noch im Internet gelesen was für eine grausame Vergangenheit dieser Ort verbirgt. Die Nationalsozialisten haben hier zwischen 1940 und 1941 an die 14.000 psychisch kranke und geistig behinderte Menschen ermordet. Die Gedenkstätte erinnert erst seit dem Jahre 2000 an die Opfer der Euthanasie-Verbrechen. Bis 1990 wurde die Aufarbeitung und die Erinnerung an den Massenmord weitestgehend verdrängt, nicht einer der verantwortlichen Ärzte wurde nach Kriegende verurteilt. Ein Rundgang durch die Gaskammern in den Kellerräumen ist einfach nur erschütternd.

Spontan schreibe ich in das Gästebuch: "Heute wird gegen Kriegsflüchtlinge und Asylsuchende gehetzt und man will diese Menschen in Sammelunterkünfte einsperren."

Ich brauche eine ganze Weile um meine Blicke wieder auf Dinge zu richten, die uns Pirna bietet. Wunderschöne Gärten mit Lavendel, die Lindenblüte ist voll im Gange (wir riechen den süßen Duft und hören die fleißigen Bienen), da schockiert mich ein Hinweisschild an einem Grünen Laden & Bürgerbüro: "Schaufenster bespucken ist keine Lösung". Wenn ich dran denke wie stark die AFD hier in manchen Regionen ist wird mir echt übel. Bei leichtem Gewitter & Nieselregen radeln wir zurück, es gibt Schnitzel & Bratwurst aus der Pfanne anstatt vom Grill, Zeit zum Reisebericht schreiben...

Pirna

Pfaffenstein, Barbarine
Ihr werdet es kaum glauben, aber Susanne steht jeden Tag vor mir auf (gegen 8:00 Uhr) kocht Kaffee - bringt mir ne Tasse ans Bett und bereitet das Frühstück vor - verkehrte Welt...hahaha Ich kann im Urlaub so gut schlafen, heute komm ich irgendwie gar nicht in die Pötte, so überlasse ich die heutige Tagestourplanung komplett Susanne. Dieser Umstand wird sich als ausgesprochen genial erweisen (bis auf das Tourende....). Mit den Rädern geht es entlang der Elbe nach Königstein, Susanne führt mich erst einmal zu dem Lost Place den ich Tage zuvor von der Königsteinfestung aus entdeckt hatte. Wow, nicht schlecht!! Der Eingangsbereich liegt allerdings direkt an der Strasse, mal sehen ob ich da später mal reinkomme.

Weiter geht's zu Fuß zum Pfaffenstein, wo sich unter anderem der größte freistehende Felsen die sogenannte "Barbarine" zu bestaunen gibt. Der Weg dorthin ist recht steil, führt mal entlang auf weichem Waldboden, dann wechselt es zu hölzernen Trittstufen, ja sogar in den Fels geschlagene Stufen führen hinauf zum Nadelöhr. Eine äußerst schmale Metalleiter, links und recht Felswände, führt uns oben durch ein schmales Loch. Susanne hat Spaß ohne Ende: "das sieht ja echt so aus wie ein Nadelöhr"...... Und da sind wir plötzlich auf einem Plateau, wohin wir nur schauen bietet sich uns ein faszinierender Anblick: mal steil hinab ins Tal und weit hinaus in die Ferne, dann formen Felsbrocken, Bäume, Sträucher, Pflanzen und knorrige Baumwurzeln ein zauberhaftes Bild, immer wieder anders und aufregend gestaltet, unfassbar schön!!! Wir geraten fast in euphorische Stimmung, kaum zu glauben, aber dass was wir vor uns sehen, bietet immer wieder andere Formen und Zusammensetzungen der aufgezählten Elemente. Ein Maler (wir befinden uns ja hier in der Sächsischen Schweiz auf dem sogenannten Malerweg) würde, oder besser gesagt hat hier bestimmt seine Lebenswerke erschaffen. Hier riesige Farnblätter, Blaubeerbüsche und Fingerhüte, da wieder ganz zarte, im Sonnenlicht schimmernde zarte Pflänzchen in einer Felsspalte, eine bizarr anmutende Kiefer neben einer wunderschönen jungen Birke hoch oben auf einem Felsen, wir können uns nicht sattsehen. Und da ist sie, die Barbarine: wow, wirklich imposant wie dieser doch recht schmale Felsen da steht. In den letzten hundert Jahren haben wagemutige Kletterer das gute Stück schon einige Male vor dem Verfall mit einigen Befestigungsmaßnahmen geschützt. Hier oben könnten wir uns tagelang aufhalten, hier gibt es sogar eine echt gemütliche Raststätte: und das Beste - die haben Solijanka Suppe auf der Speisekarte. Die große Terrine ist kaum allein zu schaffen, was geil!!!! Gestärkt machen wir uns auf den Rückweg, der, wie war's nicht anders zu erwarten, wieder fantastische Eindrücke bietet.

Tja, nur kurz erwähnt und dann abgeharkt: der kurze Einkaufsrundgang durch einen riesigen Edeka Markt hat uns aber sowas aus einer "elbenhaften" Traumwelt zurück in die Realität geholt, die nicht enden wollende aufwärtsführende und stark befahrende Landstraße Richtung Struppen, fälschlicher Weise als bessere Alternative zum Elberadweg mit steilem Aufstieg zum Stellplatz gewählt, war ein Ausrutscher, den wir nicht wiederholen wollen....

Pfaffenstein, Barbarine...

Klapperstorch, Hausspatz & Co.
Heute ist relaxen angesagt, hab mich zudem etwas verkühlt, die Nase läuft und die Augen tränen... Zeit um weiter am Reisebericht zu arbeiten, den Falken & Milanen zuzuschauen, ja, sogar ein Klapperstorch spaziert über die frisch gemähte Wiese direkt neben unserem Stellplatz.

Hier schonmal einige Tierchen, die ich in der ersten Woche vor die Linse bekommen habe, als da sind: Turmfalke, junge Ringelnatter, Distelfink, Klapperstorch, Wasseramsel (hab ich noch nie von gehört), Hausspatz vor unserem WOMI, Grünspecht bei der Sabotage der hiesigen Telefonleitung sowie ein Roter Milan. Das Laptop ist echt sehr langsam geworden, von daher dauert es, bis ich die Fotos gesichtet, sortiert und verarbeitet habe.....

Alle Vögel sind schon da...

Kirnitzschtalbahn, Kuhstall
Auch heute Morgen ist Susanne die Aktivere, bereitet das Frühstück vor und hat auch schon einen Plan für unsere Tour ausgearbeitet. Es geht zum Wasserfall und zum Kuhstall im Kirnitzschtal. Los geht's mit dem Bus bis nach Schandau, dann weiter mit der historischen Kirnitzschtalbahn bis zum Ausgangspunkt unsere Wanderung. Der sogenannte Kuhstall ist das zweitgrößte Felsentor in der sächsischen Schweiz. Naja, die Himmelsleiter "Stairway To Heaven" und die Felsformation oberhalb des Kuhstalls sind weitaus beeindruckender als der Kuhstall selbst. Ähnlich wie auf dem Pfaffenstein fasziniert uns die Flora & Fauna. Dichtgedrängt wachsen hier die schönsten Eichen, Linden, Ebereschen, Birken, Kiefern und Akazien nebeneinander, Perlgras, Heide, Farn, Blaubeeren, Fingerhut und mehr umsäumen die wunderschönen Wege. Unglaublich beeindruckend!!!

Kuhstall, Kirnitzschtal...

Landschloss Zuschendorf, Pirna
Heute hat Susi zum Abschluss unserer Zeit im Elbsandsteingebirge eine Tour zum Landschloss Pirna-Zuschendorf herausgesucht. Im Park und in Glashäusern befindet sich eine der wertvollsten Sammlungen an Kamelien, Azaleen & Hortensien. Auch eine riesige Zahl von Bonsai Bäumchen sind im gesamten Park dekorativ angeordnet. Irgendwie haben uns die barocken Räume des Landschlosses in ihren Bann gezogen. Eigentlich recht unspektakulär befinden sich in den meisten Räumen "nur" ein paar Stühle sowie Bilder von Kamelien. Im Hintergrund läuft meditative Musik, wir sind die einzigsten Besucher hier. Mit allerlei Muße verweilen wir hier, wenn die Kameliendame so hübsch war wie die Wachsfigur im letzten Raum, kann ich gut verstehen, wie sie den Männern die Köpfe verdreht hat....

Mit einem Bummel durch Pirna und leckerem Eis beenden wir die Tour, radeln gemütlich an der Elbe zurück - ein letztes Mal geht's den steilen Berg nach Struppen hinauf. War echt beeindruckend und schön unsere Urlaubstage hier. Morgen geht's weiter nach Dresden...

Landschloss Zuschendorf, Pirna

Dresden - Altstadt mit Schloss, Zwinger, Frauenkirche & Semper Oper
Sind ganz entspannt losgekommen, haben in Ruhe gefrühstückt, danach alles zusammengepackt, nochmals Grauwasser & Toilette entsorgt, Frischwasser aufgetankt und los geht's die 30 km bis Dresden. Ganz in der Nähe der Altstadt am Blüherpark haben wir einen Stellplatz gefunden, der zu unserem Erstaunen nur zur Hälfte belegt war. Naja, wir haben Mittwoch, am Wochenende wird wohl ander aussehen. Wir melden uns an der nahegelegenen Jugendherberge an, dort können wir zudem alle Angebote mit nutzen. Hab ich dann am Abend auch gleich ausgenutzt (WLAN, Akku aufgeladen).

Wir sind ja zum ersten Male in Dresden, die Vielzahl an historischen Bauten erschlägt uns förmlich. Als erstes besichtigen wir die Marienkirche, einer der Orte an und in der die friedliche Revolution gegen das damalige DDR Regime begann. Erstaunlich, wie die Kirche von Innen gestaltet ist. Große Sandsteinblöcke und überwiegend heller Spachtelputz, das war's, kein Prunk und Protz. Auffällig sind die Emporen, die sich ringsum nach oben hin anordnen, so wie in einem Theater oder Opernsaal. Diese Emoren, fünf an der Zahl, finden wir auch in der Frauenkirche, die ja erst nach der Wende mit Spendengeldern aus der ganzen Welt original wieder aufgebaut wurde. Bei einem Rundgang dort haben wir von einer Aufsichtsperson erfahren, dass, wenn wir kurz vor 18:00 Uhr in die Kirche kommen würden, an einer kleinen Andacht mit Orgelmusik & Info zur Geschichte und Wiederaufbau teilnehmen können - werden wir machen. Weiter geht's zur Semper Oper und zum Zwinger. Ist ja voll krass: was für ein riesiges Areal mit monumentalen Bauten, hunderten steinernen Büsten, Wasserspielen und gleich 3 Museen... Hammer!!! Wird noch fleißig restauriert, eine Aufgabe, die bestimmt noch Jahre dauern wird.

Schon beim ersten Rundgang hat uns die Frauenkirche mächtig beeindruckt, allerdings herrscht hier ein reger Betrieb von Technikern einer Berliner Sendeanstalt. Am Freitag wir hier in einer großen Feierstunde der Europäische Kulturpreis an die Gewinner übergeben. Überall sind Scheinwerfer angebracht, anyhow, echt was besonderes diese Kirche. Bei der abendlichen Andacht zeichne ich verbotener Weise die beiden Orgelstücke auf und mache einige Mätzchen, muss bei solchen eher seltenen Anlässen immer an Mr. Beans Kirchenbesuch denken...hahaha

Zum Glück hat mich Gottes Segen verfehlt. Wir spazieren weiter durch eine riesige Einkaufsmeile zum Bahnhof. Susanne fährt ja Freitag mit dem Zug zurück nach Neubeckum, Alina kommt von Münster, ebenfalls mit dem Zug, nach Dresden. Wir wollen dann in Tschechien u.A. die Ghost Church besuchen. Der Bahnhof liegt gar nicht so weit von unserem Stellplatz entfernt, so können wir den Wechsel am Freitag bestimmt entspannt meistern. Im Blüherpark, gerade mal 100 Meter von unserem WOMI nehmen wir noch einen kleinen Snack zu uns, Susanne trinkt sich ein Bier, wir naschen Nüsse & Ships und amüsieren uns über einen Hund, der wie verrückt durch den Springbrunnen jagt.

Schloss, Zwinger, Frauenkirche & Semper Oper

Dresden - Besuch in Pfunds Molkerei - dem weltweit schönsten Milchladen
Sind heute mit dem Rad auf die andere Elbseite geradelt, Richtung Neustadt. Dort befindet sich die laut Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde die "weltweit schönste Molkerei". Susanne hatte schon mal etwas über diese Molkerei gehört und ein Besuch stand ganz oben auf ihrem Dresden-Programm. Dank Stadtplan haben wir's ganz schnell gefunden, Pfunds Milchladen. Das Gebäude liegt eher unscheinbar an einer breiten Strasse, hätten nicht 2 Stadtrundfahrtbusse dort gestanden, hätten wir's bestimmt nicht so leicht entdeckt.

Wow, das haut uns in der Tat um als wir ins Geschäft eintreten. Der Firmengründer Paul Pfund kam 1879 mit seiner Frau Mathilde und sechs Kühen nach Dresden, um die Milchversorgung auf stabile Beine zu stellen. Er wollte der stetig wachsenden Stadtbevölkerung hygienisch einwandfreie Milch liefern und begann mit einem Milch-Lädchen. Das Netz der Milchfahrer, die Palette an Milchprodukten und die Technik der Verarbeitungsproduktion wurde stetig ausgebaut. Zusammen mit der Firma Villeroy & Boch gestaltete Pfund hunderte Keramikfliesen und so wurde der Milchladen äußerst kunstvoll gestaltet. Selbst ein Milchbrunnen verziert zur Recht den schönsten Milchladen weltweit.

Wir können uns nicht sattsehen, wird allerdings irgendwann recht anstrengend, sind ja nicht die einzigsten Besucher hier. Leider darf nicht fotographiert werden, so decken wir uns mit einigen Postkarten ein, nehmen noch 2 Stücke Käse mit und chillen erstmal am Elbufer. Susanne hat wie immer ein Lunchpaket dabei, puh, heute ist's ganz schön heiß.... Weiter geht's wieder in die Altstadt, ich streike aber nach einiger Zeit, der Rummel ist mir einfach zu viel... Im WOMI döse ich einige Zeit, sortiere dann die Bilder aus und arbeite am Reisebericht.

Pfunds Molkerei - der weltweit schönste Milchladen

Der letzte Tag ist angebrochen, nach dem Frühstück fahren wir erst einmal zur gegenüberliegenden Entsorgungsstation und entsorgen Brauwasser, Toiletteninhalt und Müll. Susanne & ich machen uns danach zu Fuß auf um den riesigen Park an dem wir mit unserem WOMI stehen zu erkunden. Es ist wieder äußerst heiß, ich schwitze wie sau. Auch Susanne such eher Wege durch den Schatten, puh, echt anstrengend. Zudem hat eine kleine Gastronomie im Park noch geschlossen, heute haben wir mal auf ein Lunchpaket zum mitnehmen verzichtet. Irgendwie scheint sich auch schon Abschiedsstimmung breitzumachen, als uns ein Buntspechtpärchen in Paarungsstimmung entzückt.

Gegen 16:00 Uhr schieben wir mit Fahrrad, einem Berg von Leergutflaschen und Susannes Tasche los in Richtung Bahnhof. Ich tausche das Leergut gegen frisches Mineralwasser für Alina und dann heißt's auf Gleis 17 Abschied nehmen. Mit dem ICE geht's für Susanne über Leipzig & Hannover nach Hause. In gut 1 Stunde kommt dann Alina hier an und es dann auf Foto & Filmtour in die Tschechei.

Ein wunderschöner Urlaub, ob ein Abstecher nach Dresden das Richtige war stellen wir zwar in Frage, aber die beeindruckende Zeit im Elbsandsteingebirge haben wir voll und ganz genossen. Das Allerbeste zum Schluss: Susannes Wegzehrungen, die sie für jede Tour vorbereitet hat, und die schönen Blumensträuße für unseren Tisch waren einfach das Beste!!! Ganz lieben Dank dafür Susi, mein Schatz....

Dies und Das

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