Vacation 07/2014 - Provence - Alina und Joe
Lingua Mortis Orchestra Show in Hamm

Seit einigen Jahren möchte Alina mal wieder mit ihrem Papa zusammen in Urlaub fahren, so wie wir es früher gemacht haben, als sie noch klein war - am liebsten gleich nach Norwegen. Hat einiges an Zeit und Diskussionen gebraucht bis wir jetzt zusammen für 2 Wochen in die Provence fahren wollen. Schnell noch ein paar Wanderschuhe kaufen, wobei ihr das "schnell" vergessen könnt! Mehr als 3 Stunden haben wir uns durch diverse Outdoorläden und in unzählige Paar Schuhe gezwängt, bis wir erschöpft aufgegeben haben.

Der erste Urlaubstag startet quasi mit nem Lingua Mortis Orchestra Konzert in Hamm. Auf dem Weg zur Alfred Fischer Halle fahren wir noch schnell an einem Sportgeschäft in Ahlen vorbei, probieren 1 !!! Paar Wanderschuhe an, bezahlen, und weiter geht's nach Hamm.

Es gibt nachmittags beim Soundcheck erhebliche technische Probleme, das Konzert abends war aber wieder einmal vom Feinsten, so kann der Urlaub starten....

Provence

Samstagmorgen wird das WOMI gepackt und los geht's auf die Reise. Wir fahren über Luxemburg (der Treibstoff ist da recht günstig) Richtung Dijon, wo wir auf nem ruhigen Stellplatz in einem kleinen Dörfchen übernachten. War ganz schön anstrengend die erste Hälfte, musste etliche Male ne Pause bzw. ein Nickerchen einlegen.

Sonntagmorgen geht's gegen 6:30 Uhr weiter auf die nächsten 600 km. Da wir "Maut frei" unterwegs sind brauchen wir für diese Strecke mehr als 12 Stunden. Ich sehe zwar einige schöne Dörfer und Landschaften, weiß aber nicht so wirklich ob dass die richtige Wahl war. Anyhow, Alina bekommt von dem nicht allzu viel mit, ihr Tages-Nacht-Rhythmus ist noch eher so eingestellt, dass tagsüber Schlafen angesagt ist…

So ca. 30km vor unserem Ziel ändert sich die Landschaft schlagartig zum Mediterranen - Olivenbäume, Palmen und riesige, blühende Oleandersträucher säumen den Wegesrand. Und da: die ersten Lavendelfelder - ich drehe ab!!! Ich fahre rechts ran, raus aus dem WOMI, springe über einen Graben um ganz nahe an das Feld zu gelangen. Was für ein Anblick, was für ein Duft und was für ein Gesumse!!! Mir fehlen die Worte um das zu beschreiben was ich sehe, höre und fühle…

 

Riez und Lavendelfelder in Valensole

In unserem ersten Zielort Riez ist der Dorfplatz und entsprechende Zufahrt zum Stellplatz wegen einer Veranstaltung gesperrt. Wir folgen einem Französischem WOMI und kommen so recht schnell zum neu angelegten Stellplatz. Schnell ein paar Nudeln zubereiten, umziehen und ab in den Ort zum "Public Viewing" in eine Kneipe - Deutschland wird ja gleich Fussball Weltmeister!!!

Nach einer für mich ruhigen Nacht (Alina meinte rundherum hätten wohl Deutsche Fans noch mächtig geböllert) mache ich mich früh auf um das kleine Dörfchen Riez zu erkunden. Mit frischem Baguette und Postkarten komme ich zurück und fahre dann in Richtung Valensole / Manosque weiter.

Bin ganz heiß auf die Lavendelfelder. Hier auf dem Plateau sollen die ausgedehntesten Felder sein. In der Tat - in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir nicht vorstellen können wie unbeschreiblich beeindruckend dieser Anblick ist. Wo man nur hinschaut Lavendelfelder, betörender Duft, gesumse von Millionen von Bienen, wunderschöne Schmetterlinge wie der seltene Segelfalter
und zum farblichen Kontrast gleich noch ein Sonnenblumenfeld. Ich drehe ab!!! Stundenlang laufe ich um und durch die Felder, sauge diese Eindrücke in mich auf und - fotographiere. Auf die Idee sind auch andere, meist japanische Touristen gekommen. Echt lustig Sie zu beobachten...

Nachmittags treibt es uns dann nach Moustiers Ste. Marie auf einen Campingplatz. Alina hat nicht an entsprechende 12 Volt Adapter für ihren Multimediapark gedacht, so steht Stromanschluss ganz oben an. Uns ist zudem nach Ruhe, die besonderen Eindrücke der Lavendelfelder müssen erst mal verarbeitet werden.  Leider zeigt sich mehr und mehr, dass Alinas und meine Vorstellungen vom gemeinsamen Urlaub doch recht weit auseinander driften. Müssen morgen Früh mal miteinander darüber reden...

Verdonschlucht - Moustiers

Langsam sind wir im Urlaubsmodus angekommen, frühstücken draußen gemütlich und planen den weiteren Tagesablauf. Wir wollen zum Lac de Ste. Croix. Ein Bus fährt direkt zum See.

Nach kurzer Orientierung mieten wir uns für 2 Stunden ein Kanu und paddeln in die Schlucht von Verdon hinein. Schon beeindruckend der Anblick, sind nur zu viele Boote unterwegs.

Wie auch schon vor einigen Jahren im Spreewald begreife ich einfach nicht wie man die Richtung in so einem Paddelboot beibehält, ständig driften wir nach links ab und kollidieren nicht nur einmal mit anderen Booten zusammen. Dann noch fotographieren, eine Herausforderung die meine Nerven arg strapaziert...

Zurück geht's wieder mit dem Bus bis nach Moustier Ste. Marie, wo wir erst mal die Pharmacie aufsuchen. Alina reagiert gegen irgend etwas alergisch und braucht deshalb Allergietabletten. In einem abgelegenen, schönen Restaurant genießen wir das Tagesmenue und beobachten die Paragleiter.

Zurück am Campingplatz versucht Alina bei einem Glas Rose ins Internet zu kommen, ich mache mich auf dem Liegestuhl lang und lass den schönen Urlaubstag gemütlich ausklingen.

Verdonschlucht - Rougon

Heute Morgen erkunde ich mal die nähere Umgebung. Ein steiler Weg bringt mich ganz schön aus der Puste, habe aber einen schönen Blick auf Moustiers Ste. Marie. Am Wegesrand sind überall blühende Pflanzen und Kräuter, gibt viel zu enddecken. Zum Frühstück gibts dann Brot, Müsli und Rührei.

Heute fahren wir nach Rougon um die Gänsegeier zu beobachten. Als wir die aufregenden, serpentinartige Bergstrasse entlang der Schlucht von Verdon entlangfahren ist Alina klar geworden wovon ich die ganze Zeit geschwärmt habe. Es entreisst ihr sogar des Öfteren ein "wow"!!! Als wir allerdings in Rougon ankommen zieht es sich zu und Gewittert erst mal ein wenig. Den Aufstieg zu dem Aussichtspunkt an dem man die Gänsegeier beobachten kann verschieben wir auf die nächsten Tage.

Ein kleiner Imbiss mit traumhaftem Ausblick auf die Schlucht, in der Ferne kreisende Geier, Blitze im Hintergrund sowie die leckeren Crepes hätten bestimmt 7 Sterne verdient!!!

Zurück geht's zum Campingplatz, gerade passend als ein echt heftiges Gewitter über uns hinweg zieht. Ich koche Zucchini, Blumenkohl und Nudeln, dazu bereite ich einen Salat und genieße dabei das Farbspiel inklusive Regenbogen am Himmel.

 

Moustiers - Bergregion - Lac de Ste. Croix

Ein kleiner Spaziergang vorm Frühstück führt mich entlang der im Reiseführer als "besonders schön" beschriebene Gemüsegärten hoch nach Moustiers.

Ich suche das Büro von "Verdon Passion", wo ich für Alina einen Paragleiterflug buchen kann. Echt nicht einfach bei den fielen kleinen Gässchen. Sonntag wären die Wetterbedingungen am günstigsten, so buche ich einen 1/2 stündigen Flug incl. Filmkamera, die Alina dann selber bedienen kann.

Später fahren wir zu dem in 15 km entfernten liegenden Mont Denier, dem Ausgangspunk der Paragleiter um uns schon mal ein Bild zu machen.

Der Weg dorthin führt durch eine hügelige, stets ansteigende Landschaft, charakterisiert durch Nadelgehölze, Thymian, Majoran und Lavendel. Als ich einmal aussteige haut uns der Duft der Kräuter der Provence aus den Socken... Das kleine Tipidorf oben am Berg bietet reichlich Interessantes...

Wieder zurück geht's noch kurz zum Lac de Ste. Croix.

Impressionen von Moustiers - Modelshooting mit Alina

Eine kleine Shoppingtour steht heute Morgen auf dem Programm. Für Alina gibt's Tabak und Wein!?, für Susanne Feigenmarmelade, einen Glasteller mit Impressionen der Provence, Lavendelhonig und Lavendelöl, für Manni 15 Postkarten mit CV6 Entenmotiven und ne Wäscheleine und Wäscheklammern fürs WOMI. Es bieten sich zudem reichlich Fotomotive, heute ist Markt auf der Gasse hoch zur Kapelle.

Nachmittags fahren wir noch mal nach Valensole um dort in den Lavendelfelder von Alina Modelfotos zu schießen.

Eigentlich wollten wir heute essen gehen, die Restaurants öffnen hier aber wohl immer erst um 19:00 Uhr. So gibt's halt Pellkartoffeln mit Hering und Salat.

Ich nutze Morgens bei ner Tasse Kaffee immer die Zeit um schon mal Fotos auszusortieren und den Reisebericht für meine Website zu schreiben. Schon ne ganze Menge an tollen Fotos dabei. Und das sollen nicht die letzten sein.

Rougon - Gaensegeier

Wir fahren heute erstmalig die südlich gelegene Corniche Sublime Route der Verdon Schlucht entlang, welche noch spektakulärere und eindrucksvollere Aussichten zu bieten hat als die nördliche Route. An dieser Stelle mal ein großes Lob und Dankeschön an die Herausgeber des WOMO Reiseführers, die uns immer die besten Tipps für unsere Reisen in den zahlreichen Bänden vermitteln.

Wir halten einige Male an um diese geile Aussicht hinab in die Schlucht zu bewundern. Unser Ziel ist nochmals Rougon und die Gänsegeier. Heute passts auch mit dem Wetter und wir gehen den Weg hinauf zu dem Aussichtspunkt, den ich im letzten Jahr entdeckt hatte. Kommt uns doch glatt ein Auto entgegen!? Idioten!!! Ich stehe unter höchster Anspannung und Vorfreude, sehen wir doch schon die ersten Vögel ihre Kreise ziehen. Alina haut die Aussicht von der felsigen Plattform hinunter in die Schlucht und in die Weite um. Sie ist echt beeindruckt!! Das muss sofort auf Facebook gepostet werden wie schon zuvor Fotos von der Corniche Sublime. Alinas Freunde sind echt neidisch und würden am liebsten direkt zu uns stoßen.

Was für ein besonderer Augenblick... mir fehlen nach den überwältigenden Eindrücken der Lavendelfelder ein weiteres Male die Worte um das zu beschreiben was wir sehen und fühlen...

Genießt einfach die Fotos... Ganz, ganz lieben Dank an Alina, ein wunderbarer Tag...

Campingplatz Manaysse

Heute spielt das Wetter nicht ganz mit, es war die Nacht über recht stürmisch, immer wieder ein Regenschauer. Alinas Paragleiterflug wird abgesagt und auf Montag verschoben.

Wir verbringen den Tag u.a. mit WOMI-Putz und hier und da einem Nickerchen im Campingstuhl.

Gegen Abend aktiviere ich unseren Camping-Gas-Grill, es gibt Zucchini, Zwiebelringe und Kartoffelscheiben, mehr hatten wir nicht vorrätig. Schmeckt aber ganz gut...

Wir knobeln noch ne Runde "Schlamm", wobei  Alina als sicher scheinender Verlierer im letzten Wurf noch glatt ne "2000" raushaut!

Schloss in Allemagne - Lac de Ste. Croix

Irgendwie scheint heute alles nicht glatt zu laufen. Der Paragleiterflug wird erneut verschoben. Die Windböen sollen den ganzen Tag über zu heftig bleiben als das man einen Flug wagen könnte.

Wir fahren also los um erst einmal das kleine Dörfchen Allemagne nebst Schloss zu besuchen. Ein echt imposanter Anblick direkt von dem kleinen Stellplatz auf das Schloss. Nur sind ausgerechnet montags keine Führungen, selbst der Schlossgarten bleibt uns versperrt.

Nach nem Eis im verschlafenen Ort geht's weiter nach Gréoux-les-Bains wo ein herrlich schöner Stellplatz unter Bäumen direkt am Verdon liegen soll (laut WOMO Reiseführer). Die Zufahrt wurde allerdings auf 2.10 Meter begrenzt, sodass wir gefrustet zurückfahren.

O.K., dann halt nochmal zum Lac de Ste. Croix um diesmal mit nem Tretboot (rudern klappte ja nicht) in die Verdonschlucht zu schippern. Als wir die kleine Brücke am See überqueren trauen wir unseren Augen kaum. Die haben den Zugang zu Schlucht gesperrt, wohl auch wegen der Windböen und entsprechend starker Strömung.

Jetzt reicht's aber: gefrustet drehen wir bei und schlagen uns erst mal den Bauch voll. Hatten noch Spagetti und Tomatensoße im Schrank. Aus reiner Verzweifelung kauft sich Alina am Strand-Kiosk eine Luftmatraze und paddelt auf dem See herum. Sie hat Spaß wie ein kleines Kind...

Paragleiterflug auf dem Mont Denier

Bin nochmals in Moustiers unterwegs um ein paar Einkäufe zu erledigen und vor allem nach den Wetterbedingungen für Alinas Paragleiterflug nachzufragen. Aktuell sind die Böen zu heftig, für den späten Nachmittag sieht's aber bisher ganz gut aus.

Gegen 15:00 Uhr fahren wir gemütlich los und genießen die karge Berglandschaft auf dem Weg zum Start-, besser gesagt Landeplatz am Tipidorf. Noch immer ist nicht klar ob geflogen wird, sieht aber ganz gut aus. Wie bei einem Himalajatrack werden die Gleitschirme auf 2 Jeeps verstaut, die Piloten und Gäste nehmen auf den Bänken hinten im Jeep platz und los geht die 40 minütige Fahrt hinauf auf den Berg.

Irgendwann kommt dann per Funk die Nachricht, dass Alina mit dem grün weißen Schirm gerade gestartet wäre. Schade, ist echt weit weg und selbst mit meinem Tele hab ich kaum ne Chance ein scharfes Bild hinzubekommen. Zum Glück haben wir ne Videokamera mit gebucht, so kann Alina den ganzen Flug mit filmen.

Nach 25 Minuten landet Alina wieder oben auf dem Berg, damit weitere Gäste ihren Flug starten können. Diese Gäste landen dann unten auf dem Platz wo natürlich spektakuläre Aufnahmen möglich sind. Schade, wäre schön wenn Alina auch hier gelandet wäre. So muss ich 3 Stunden warten bis der Track wieder am Tipidorf ankommt.

Alina war vom Flug begeistert und zudem glücklich, dass sie erst spät gefrühstückt hatte und desshalb das Mittagessen ausgefallen war. Ist ihr schon etwas schlecht geworden, einmal von der Fahrt mit dem Jeep und auch vom Flug. Der Fluglehrer hat zwischendurch einige heftige Kreisel gedreht. Ganz so schlimm kann's aber nicht gewesen sein, hatte Alina doch Zeit genug um von sich echt coole Faxen zu filmen...

Ein gelungener Urlaubsabschluss, Morgen früh machen wir uns wieder auf den Heimweg.

Mohnfeld im Alpenvorland - Rhonedelta

Los geht's, nachdem ich nochmal in Moustiers war. Musste Bargeld vom Automaten abholen. Hingegen fast allen Geschäften konnte ich am Campingplatz nicht mit der Karte bezahlen.

Über die Dörfer gehts zuerst in Richtung Grenoble, weiter nach Genf. Nach einigem Hin und Her während der letzten Tage entscheiden wir uns doch direkt nach Hause zu fahren und nicht mehr die Tage bis zum Festival in Seebronn, auf dem Lingua Mortis Orchestra Freitagabend spielen, in Süddeutschland zu verbringen.

Ich glaube es hat noch nie ein Mensch zuvor an einem Tag sooo viele Dörfer passiert wie ich das während der Fahrt von Moustiers Ste. Marie bis nach Genf getan habe!!! Wir haben die Alpen passiert, sind am Rhonedelta entlang gefahren, haben sogar Füchse am Wegesrand gesehen. Unglaublich, aber echt viele schöne Eindrücke die wir von dieser Rückfahrt mitgenommen haben.

Und natürlich reichlich schöne, beeindruckende Bilder und Geschichten vom Urlaub in der Provence die ich euch hier im Reisebericht ein wenig näher bringen will.

Nur die Toleranz der Franzosen gegenüber dem Alkohol zusprechenden Menschen haben wir nicht so ganz verstanden.

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