Vacation 09/2013 - Lago Maggiore - Côte d' Azur - Provence - Susi und Joe
In Gelnhausen - über den Grimselpass

Juhuuu, Urlaub, und dann noch 3 Wochen!!! Wir wollen nach Italien zum Lago Maggiore. Haben uns vom WOMO-Verlag einen Reiseführer gekauft und die ersten Anlaufpunkte am Lago herausgesucht.

Ganz entspannt laden wir Samstagmorgen unsere Sachen ins WOMI, nur unsere neue Fahrradschutzhülle erweist sich als ganz schön widerspenstig. Die 2 Räder passen einfach nicht, wie soll das denn für 4 Räder gehen? Was bleibt mir anderes über als die Lenker vom Fahrrad abzuschrauben. Jetzt passt's perfekt, rundum geschützt!

Unseren ersten Stopp machen wir in Gelnhausen. LMO drehen da ab kommenden Montag einen recht aufwendigen Video zu "Cleansed by fire" vom neuen Album. Nettes altes Städtchen, leider ist der Hexenturm eingerüstet und gesperrt.

Weiter geht's Richtung Freiburg. Bei einsetzender Dämmerung fällt uns allerdings auf, dass unser Abblendlicht defekt ist. Der ACE hilft uns zum Glück, beide Birnen sind hinüber. Weiter geht's bis nach Baden-Baden wo wir uns auf dem Stellplatz am Stadion erst mal ausschlafen.

Frisch ausgeruht fahren wir weiter Richtung Süden, vorbei an Pratteln, wo ich erst letzte Woche mit LMO war. Wir haben den Reisetipp aus dem WOMO-Buch angenommen und haben die Route über den Grimsel und Simplon Pass gewählt Wow, was für eine Landschaft in über 2000 Meter Höhe. Schneebedeckte 4-Tausender, in grelles Sonnenlicht getauchte Felsen, Wasserfälle, Ferraris, Porsche und Motorräder schlängeln sich die Serpentinen hinauf und herunter.

Susi wird's schon ein wenig schlecht und schaut nicht mehr die Klippen hinab, mir macht's aber echt Spaß, das WOMI schafft alles problemlos! Die Schweiz hat so viel verschiedene Eindrücke zu bieten, uralte Holzhäuser auf merkwürdigen Stelzen gebaut, Almwiesen und Hütten, einfach traumhaft schön. Nur gegen Abend ist's nicht mehr traumhaft, die letzten 100 km nach Oggebbio ziehen sich gewaltig, gut das wir bald da sind.

Stellplatz in Oggebbio mit Blick auf den Lago

Bei Tageslicht wird uns erst mal die wunderschöne Lage des Stellplatzes ersichtlich. Wir parken nochmal um und haben jetzt wohl den schönsten Stellplatz. Direkter Blick auf den See, jeder Stellplatz hat eine eigene kleine Terrasse. Bei herrlichstem Sonnenschein genießen wir das Frühstück. Na schau an, Echsen gibt's hier wie auf Gomera on mass. Echt klasse während des Frühstücks die flinken Krabbeltierchen zu beobachten.

Später erkunden wir die Gegend oberhalb des Stellplatzes, wo eine Kirchturmuhr ununterbrochen am Bimmeln ist. Ein kleines Dörfchen mit winzig kleinen Gassen tut sich auf. Der Tante Emma Laden bietet neben allen erdenklichen Waren des täglichen Lebens die Inhaberin, die von ihrem Outfit eher in eine Modeboutique oder in eine Bar passen würde. Echt der Hammer!!! Wir schlendern weiter und entdecken einen kleinen Friedhof, der ganz anders aussieht als die in Deutschland. Bunt, zahlreiche Fotos der Verstorbenen bis zurück in das Jahr 1800.

Abendbrot am WOMI mit Blick auf den Lago - einfach traumhaft - das ist Urlaub pur!!! Und: Die FDP ist raus aus dem Bundestag!!!

Oggebbio

Nach dem Frühstück planen wir unsere erst Wandertour. Der Kreis "Oggebbio" mit seinen vielen kleinen Ortsteilen entlang der Berge hat eine echt schöne Wanderkarte mit verschiedenen Wandertouren herausgebracht. Echt klasse! Unglaublich, was wir entlang der Wege entdecken. Abwechslungsreich, mal durch kleine Gassen, mal durch den Wald, Kapellen, alte, mit Steinplatten gedeckte Häuser, Bauerngärten, Feigenbäume mit reifen Früchten, der Fotoapparat ist im Dauereinsatz! Nur einmal treibt uns die fehlende oder falsche Wegführung quer durch den Wald hinab zum Lago. Echt anstrengend, wir schlagen uns aber tapfer. Bei Cappuccino und Eis erholen wir uns schnell.

Heuet Morgen ist es bedeckt und fisselt ein wenig. Naja, tut unserer leicht geröteten Haut mal ganz gut. Ich hole frische Brötchen und italienische Mortadella. Heute fahren wir mit den Rädern nach Cannobio, ein recht abenteuerliches Unterfangen. Die Straßen entlang des Lagos sind doch recht schmal und die Autos überholen uns ohne größeren Abstand einzuhalten. Wir machen einen kurzen Stopp in Cannero, dann geht's weiter nach Cannobio. Dort angekommen schauen wir uns erst mal den Stellplatz am Fluss an. Naja, nicht schlecht, aber Oggebbio ist um Klassen besser. Die Uferpromenade hier soll die Schönste am Lago sein. Naja, es geht, wir gönnen uns ne Pizza und Lasagne und lecker Cappuccino danach.

Nach dem Frühstück und ner Dusche im WOMI erkunden wir die umliegenden Dörfer. Echt beeindruckend was uns die Gegend um Oggebbio zu bieten hat. Hinter jeder Abzweigung, in jeder Gasse verbergen sich Schätze, Schlangenhäute, traumhafte Ausblicke auf den Lago, wunderschöne Anwesen, meist aus Naturstein, unfassbar!! Und immer wieder dieser betörende Duft, er liegt hier überall in der Luft!!!

Oggebbio

Heute fahren wir mit dem Bus nach Carmine, um dort die vor langer Zeit verlassene Ansiedlung bei der Kirche St. Gothardo zu erkunden. Wurde so um 900 n. Chr. erbaut. Und wieder eine Wanderung die uns alle paar Minuten neue, atemberaubende Eindrücke liefert. Unglaublich!!! Unten am See angekommen bietet Cannero eine Promenade, welche in Teilen bestimmt gemütlicher ist als die von Cannobbio. Wir essen wieder Pizza und Pasta....., hmm, göttlich!!! Und dieser Ausblick!!! Leider nervt die erneute Warterei auf den Bus, dann steigen wir auch noch zu spät wieder aus... Naja, wäre ja sonst auch kaum zum Aushalten, so schön ist's hier!!!

Zeit für den wöchentlichen WOMI Haus Putz. Die Frau schlürt die Betten nach draußen und der Mann poliert das Womi. So machen es zumindest unsere Nachbarn. Susi lässt sich doch glatt anstecken, ich faulenze lieber und studiere den Reiseführer. Mittags wird wieder unser Campinggrill angeschmissen (danke Nina + Victor für das tolle Geburtstagsgeschenk), hmm - lecker Gemüse, Kartoffelscheiben und Knobiwurst. Wir radeln dann später entlang einer höher gelegenen Nebenstraße nach Ghiffa. Ein herrlich schöner Weg, das Ziel haut uns dann vom Hocker / Sattel. Die Sacri Monties die es hier recht häufig gibt sind uralte Kreuzwegbilder, die dreidimensional gestaltet sind. Ein ganz besonderer Ort. Als wir gerade zurück am Stellplatz sind gesellt sich eine 5-köpfige Italienische Familie zu uns und schnattert dermaßen los, MamaMia, ich drehe ab. Zum Glück fängt es recht heftig an zu regnen, sodass das Geprassel der Regentropfen auf dem WOMI Dach das Geschnatter der Nachbarn übertönt.

Reisfelder nahe Voltaggio

Die Wettervorhersagen für den Lago sehen die ganze nächste Woche nicht gut aus, so packen wir alles ein und fahren gen Süden. Die Toskana ist schon recht weit entfernt und die Wetterprognose auch nicht so toll, da sieht's Richtung Monaco besser aus. Also los geht's über Landstrassen in Richtung Genua zum Mittelmeer. Unterwegs sehen wir eigenartige Felder, immer wieder , Kilometer um Kilometer. Kaum zu glauben, hier wird Reis!!! angebaut. Gegen Abend erreichen wir Voltaggio, eine kleine Stadt eingerahmt von bewaldeten Bergen. Irgendwie strahlt aber der Ort eine düstere Stimmung auf mich aus. Viele ältere Leute, dunkel und grau... Aber die Kirchen und Kapellen sind wie überall in Italien bunt und geschmückt. Wir übernachten hier und machen am nächsten Morgen noch eine Wanderung zur Ruine und kaufen im Tante Emmaladen ein.

Spotorno am Mittelmeer

Weiter geht's Richtung Genua ans Mittelmeer. Zwei mal müssen wir unsere Route ändern, da unser WOMI knapp über 3 m hoch ist und nicht durch einige kleine Orte hindurch passt. Also landen wir auf ner Autostada und machen erste Erfahrungen mit den Mautstellen. Zum Glück meistern wir die Situation in und um Genua ganz gut und sind froh auf der ruhiger werdenden Autostrada weiter in Richtung San Remo zu fahren. Bei Sonnenschein liegt das Mittelmeer vor uns!! Irgendwann verlassen wir die Autostarda und fahren entlang der Landstrasse um nach einem Stellplatz ausschau zu halten. Gar nicht so einfach. Susi wird langsam genervt, als wir jedoch an einem einfachen Stellplatz in Spotorno Stop machen und die herrlich kleine Promenade mit ihren vielen kleinen Gassen, Gelaterias, Pizzerias und bunten Läden entdecken ist Susis Anspannung wie weggeblasen. Mit nem Eis in der Hand erkunden wir die Gegend, flanieren am Strand entlang und beenden den Abend mit Wein, Wasser und Olivensnacks. Sommerurlaubfeeling bei 24° C um 20:00 Uhr pur!!!

Heute Nacht hat's gestürmt, es ist leicht bewölkt, naja, ein paar blaue Flecken sind schon noch zu entdecken. Wir frühstucken gemütlich, spülen, duschen, rasieren, Toilettenkassete entleeren, auf geht's auf Entdeckungstour im Ort. Echt nett hier, wir werden wohl einen Tag länger bleiben als geplant. Wir essen Abends ne Pizza, so etwas riesig großes hab ich noch nicht gesehen.

Heute ist unser 6ter Verliebungstag. Gemütlich Frühstücken wir, danach geht's in die nahe gelegene Bergregion. Ein schöner Vormittag mit Blick aufs Meer. Mittags gibt's die Pizzareste vom Vorabend, danach zum Strand. Susi geht sogar im Meer schwimmen. Heute ist es richtig schön sonnig und warm. Es gibt noch Cappuccino + Eis, im WOMI spielen wir dann Karten und Würfeln. Ist ganz schön windig/stürmisch geworden...

San Remo

Die ganze Nacht hat's recht heftig gestürmt. Bei Tage entwickelt sich das Wetter aber doch noch ganz gut und wir laufen die 2 Kilometer vom Stellplatz nach San Remo hinein. Erst erkunden wir die Shoppingarea und den Yachthafen. So viel Parfüm hab ich mein Leben noch nicht gerochen. Die Schickeria hat sich mächtig raus geputzt...hahaha Der Hammer ist allerdings die auf dem Hügel liegende Altstadt, besser gesagt die Unterwelt. Abends würd ich hier nicht alleine durchgehen. Faszinierend ist dann oben die Kirche. Echt krass die Italienischen Kirchen!! Ich bin erst mal geplättet von den vielen Eindrücken und brauch etwas Ruhe.

Heute radeln wir die stillgelegte und zum Fahrradweg ausgebaute Eisenbahntrasse fast 20 Kilometer am Meer entlang. Anfangs ganz schön, später zu unruhig, da die Landstrasse jetzt parallel verläuft. Nachts heftiges Gewitter. Am nächsten Morgen legen wir einen ruhigen, entspannten Tag ein, Abends geht's noch mal in die San Remo City zum Sightseeing und zum Eis essen.

Das Wetter bleibt schön und warm. Wir fahren weiter, passieren Monaco und Nizza. Es geht durch die Provence bis über 1100 Meter. Hier ist es kühl, neblig und dann Gewittert es heftig mit Hagel und Regen. Wir steuern Castelane an, ein Ort am Verdon. Direkt neben dem Stellplatz fließt der Fluss, der jetzt braun gefärbt ist von den Schlammmassen des Unwetters, und ein ca. 200 Meter hoher Felsen mit ner Kapelle oben drauf. Castellane

Hmm, frisches Baguette und Croissant vom Bäcker, echt super lecker!! Wir besteigen den Hausberg von Castellane, sehen kurz ne Schlange, leider zu kurz um sie richtig zu erkennen oder gar zu fotographieren. Oben an der Wallfahrtskapelle treffen wir nen Deutschen Touri, der in der Kapelle ein Lied auf ner Mundharmonika spielt. Er erzählt uns von der atemberaubenden Verdon-Schlucht und Adlern, die er dort gesehen hätte. Wir (besonders Joe) sind jetzt nicht mehr zu halten und starten durch Richtung "Moustiers Sainte Marie". Wird wohl der Highlight des Urlaubs werden. Was für dramatisch beeindruckende Bergregionen ums Grand Canyon von Verdon. Wir sehen die ersten Adler, kaum zu glauben, in weiter Entfernung machen wir bestimmt an die 30 Vögel aus. Hammer!!!!!

Moustiers Sainte Marie

In Moustiers geht's gleich weiter mit den kaum zu glauben schönen Eindrücken. Ein herrliches Dorf am Felsen gelegen, die Kapelle überragt alles. Dann, leichter Regen, und das eh schon in wunderschönem Licht erscheinende Dorf bekommt noch einen Regenbogen über den Felsgipfeln, auf der anderen Seite ein Sonnenuntergang mit buntem Farbspiel! AMAZING!!!! Und weiter geht's mit den Highlights - ein wahnsinnig geiler Sternenhimmel beeindruckt uns.

Vom Morgenspaziergang kommt Susi mit ner kleinen toten Schlange zurück. Ich bin entzückt! Wir duschen und machen uns bei schönstem Wetter auf ins Dorf. Sightseeing, lecker Crepes... Nachmittags fisselt es leicht, ein Regenbogen zeigt sich wieder, Zeit zum Füße massieren.

Gänsegeier nahe Rougon

Wir haben uns kurzer Hand entschlossen noch 1 Nacht hier zu bleiben, der Ort ist einfach was ganz besonderes. Gegen Mittag fahren wir entlang den schwindel erregenden Berghängen durchs Verdon Tal. Joe will nochmal die Adler sehen. Wir halten an einem Aussichtspunkt, und richtig, da tauchen Sie schon auf, recht Nahe sogar. Joe fährt allerdings noch weiter hoch bis nach Rougon, wo er dann ca. 2-3 Kilometer bergauf joggt. Dort kreisen sie!! Was ein Wahnsinn, auf einem riesen Felsen am Abgrund stehen und bestimmt 1 Stunde lang ca. 20 - 30 Adlern zuzuschauen, wie sie sich von der Thermik tragen lassen. Ein unvergessliches Erlebnis!!!!!!!

Freiburg

Heute starten wir von Castellane aus unsere Heimreise. Wir fahren mit Pausen bis in die Schweiz, finden leider keinen ruhigen Stellplatz in Genf, so fahren wir um 5:00 Uhr weiter nach Freiburg. Susanne wollte schon immer einen Tag in Freiburg verbringen. Wir schlafen erst mal, die Fahrt von Castellane war schon recht anstrengend. Mittags geht's dann in die Altstadt, die erste Zeit ist Joe jedoch ganz schön platt. Zudem macht die Umstellung von "Sommer" auf "Winter" keinen Spaß. Es hagelt sogar heftigst zwischendurch.

Am nächsten Morgen geht die Heimreise dem Ende entgegen. Der recht schöne Stellplatz in Freiburg erwies sich als nicht ganz so ruhig, ständig fuhren Züge am Platz vorbei. Wie schon den ganzen Urlaub hat Joe wieder wild geträumt:"RAGE haben einen Video gedreht, die große Schlacht in Herr der Ringe war ein Dreck dagegen.... Echt heftig!!!

Anscheinend hab ich die vielen Eindrücke unseres fantastischen Urlaubs nur so verarbeiten können....

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