Stories 1959 - Das piekt
Klein Joachim beim Ostereier suchen - mit großer Schwester Bärbel - mit Teddy Phillip im Bett

Meine ersten Lebensjahre verbrachte ich in einer Balke Werkswohnung in der Graf-Galen-Straße in Neubeckum. Wir hatten dort auf einem weitläufigem Gelände einen riesigen Sandkasten. Sommertags war's dem kleinen Joachim allerdings oft zu heiß an den Füßen, so dass ich mit Vorliebe meine Sandalen und Söckchen auszog und sie im hohen Bogen ins angrenzende Gestrüpp pfefferte. Nach einiger Zeit schien mir jedoch die Variante mit Schuhwerk doch die Angenehmere zu sein, so machte ich mich auf die Suche nach Sandalen und Socken.

Recht schnell endete diese Aktion allerdings in einem Fiasko. Waren in dem Gestrüpp neben spitzen Steinen und Kluten doch auch reichlich Brennesseln und Disteln, und das p i e k t e fürchterlich!!!! "Maaamma, das piekt", schrie ich aus voller Kehle... Ich war nicht mehr in der Lage mich auch nur einen Schritt vor oder zurück zu bewegen.

Nach einiger Zeit muss wohl mein Geschrei oben bei meiner Mutter angekommen sein. Sie schaute aus dem Fenster im 2. Stockwerk und registrierte die auswegslose Lage in der ich mich befand. Hochschwanger machte sie sich auf den Weg um mich aus diesem piekenden Gestrüpp zu befreien und Söckchen und Sandalen zu suchen.

Was ein Glücksgefühl, als ich wieder mit Schuhwerk im Sandkasten saß und mit meinen Förmchen wieder Kuchen backen konnte. Aber schnell wurde es wieder zu schwitzig an den Füßen, und hui, flogen Sandalen und Söckchen wieder durch die Luft...

Das Spiel begann von Neuem...

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