Stories 2015 - Raritäten beim "Entrümpeln" entdeckt

Unser Elternhaus wird "entrümpelt" und verkauft

Nach langem Hin- und Her haben sich meine Schwestern Bärbel, Beate, Annette und ich uns entschieden, unser gemeinsam geerbtes Elternhaus zu verkaufen. Wochenlang haben wir zahlreiche Schränke, Kommoden, Schachteln und Truhen aller Zimmer und Kellerräume teils mit Wehmut, teils voller Spannung und Interesse begutachtet. Sind so manche "Schätze" aufgetaucht. Sicherlich hatte "Gefundenes" bei uns Vieren unterschiedlichen, oft sehr ideellen Wert. Eine nicht immer einfache Angelegenheit, mussten wir uns doch auch von Vielem trennen, konnten ja nicht alles aufheben, so wie es unsere Eltern getan hatten.

Nichts, aber auch garnichts aus alten Zeiten haben die beiden weggeschmissen. Angefangen von den ersten Lohnstreifen als Buchhalter bei der Firma Balke in Neubeckum, Rechnungen von Möbelstücken oder Kleidung aus den 60-zigern, Postkarten und Briefe von uns Kindern, hunderte von Fotoalben aus allen erdenklichen Bereichen, Weihnachts- und Osterschmuck, u.s.w.

Hier einige Kostbarkeiten, Kurioses und Erinnerungen:

Schätze

Hier mein Mitgliedsausweiß vom Schwimmverein Undine Neubeckum aus dem Jahr 1964.

 

Schätze

Hier Zahlungsbelege von meinem Akkordeonunterricht bei der Musikschule Groschke - Ennigerloh aus dem Jahr 1966.

 

Schätze

Hier wohl eine Art Strafarbeit. Ich kann mich gut dran erinnern, daß ich liebend gerne nach der Schule rumgestrolcht bin und keine Mauer oder Pfütze ausgelassen habe...hahaha.

Der Text ist allerdings schon echt krass.....

 

Schätze

Hier das Zeugnisheft meiner Mutter Lieselotte Schmülling. Sie war echt gut in der Schule! Betragen, Aufmerksamkeit, Fleiß und Ordnung waren immer gut oder sehr gut, auch alle anderen Fächer waren immer gut. Nur in Turnen und Schwimmen, Zeichnen, Naturbeschreibung, Nadelarbeit und man höre und staune Musik gab's auch mal ein befriedigend.

Mutter ist von 1936 bis 1944 während der Kriegsjahre zur Schule gegangen. Einige Erzählungen von ihr sind mir noch in Erinnerung geblieben. Sie war ja eher ein Überflieger, konnte sich also den Luxus herausnehmen des Öfteren ein Buch unter der Schulbank zu verstecken und heimlich zu lesen. Eine Geschichte ist echt krass: Mutter hatte ja schon als Kind mit heftiger Migräne zu tun. Wenn sie's vor Schmerzen, Übelkeit und Flimmern vor den Augen nicht mehr aushalten konnte wurde sie schon mal von einem Lehrer nach Hause geschickt. Ihr strenger Vater verpasste ihr dan eine Ohrfeige und sagte:"Mädchen bekommen keine Migräne", und hat sie wieder zu Schule geschickt... So ein Arschlosch!!!!

 

Schätze

Hier ein Lohnzelltel und ein sogenannter Lohnstreifen meines Vaters aus den Jahren 1954 und 1960. Er hatte bei der Firma Balke als Buchhalter gearbeitet. Es wurde die Miete der Werkswohnung oder auch gelieferte Kohlen direkt vom Lohn abgezogen.

 

Schätze

Hier die Heiratsurkunde meiner Eltern der Katholischen Pfarrkirche Sendenhorst vom 17. Juni 1953. Fotos dieser Hochzeitsfeier findet ihr ja in der Galerie.

 

Schätze

Meine Eltern waren ja streng gläubig. Hier ihre Mitgliedsausweise der Diaspora incl. Spendenmarken aus dem Jahr 1966.

Echt krass dieser Verein "Messebund vom Kostbaren Blute". Neben dem Aufnahmeschein aus dem Jahre 1962 auch ein Ausschnitt aus dem Regelwerk, wie man z.B. Ablässe gewinnt. War da nicht mal was ähnliches im Mittelalter? Naja, die Kirche spielt ja noch heute mit der Angst der Menschen vor der Ungewissheit, was nach dem Tode wohl auf sie zukommt. Immer schön in die Kirche gehen und Kirchensteuer zahlen, damit es sich die geistlichen "Würdenträger" in ihrem Protz und Reichtum wohl ergehen lassen können. hahaha

Gut das ich da nichts mit am Hut habe - bin ja bereits 1973 aus der Kirche ausgetreten....

 

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